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Auswirkungen des Klimawandels auf den Vogelzug

Auf dem Weg in den Süden
Photo: Pixabay

Jedes Jahr ziehen mehr als 200 Millionen Vögel von Deutschland nach Südeuropa oder Afrika. Doch durch den Klimawandel verändern Vögel ihr Zugverhalten: Manche bleiben inzwischen gleich ganz hier, während andere nicht mehr so weit ziehen.

Den typischen Zugvogel gibt es nicht mehr

Zugvögel sind auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen: An ihren Brutplätzen, ihrem Überwinterungsquartier und an Rastplätzen entlang der Zugrouten. Untersuchungen zeigen, dass sich der globale Klimawandel auf verschieden Bereiche der Vogelwelt auswirkt – auf Zugzeiten und Brutbeginn, auf das Zugverhalten, auf die geografische Verbreitung und die Populationsentwicklung.

So setzt der Zug in südliche Gefilde mittlerweile zunehmend später ein, während gleichzeitig viele Zugvögel im Frühjahr etwa drei Wochen früher aus ihrem Winterquartier zurückkehren als noch vor 40 Jahren. Andere Vogelarten verkürzen ihre Zugstrecke, ziehen also nicht mehr so weit in den Süden wie bisher, sondern überwintern beispielsweise hier. Andere Arten wiederum entwickeln sogar komplett neue Zugrouten – So steuern die Vögel nicht mehr Südfrankreich, Spanien oder Nordafrika an, sondern verweilen den Winter in Südengland. Hier ermöglicht das immer milder werdende Klima eine erfolgreiche Überwinterung. Vogelarten, die noch bis vor wenigen Jahrzehnten als klassische Zugvögel galten, verbringen den Winter immer öfter in Mitteleuropa – so zum Beispiel der Kiebitz, die Singdrossel, der Star und der Hausrotschwanz.

Nur wer sich anpassen kann überlebt

Maßgeblich für die Wahl der Zugrouten ist neben der Ernährungslage auch die innere Uhr der Vögel, welche sie im Rhythmus der Jahreszeiten steuert und das Zugverhalten bestimmt. Denn sie löst im Tier eine Zugunruhe aus und sorgt dafür, dass im Körper rechtzeitig genügend Fettdepots für die langen Reisen gespeichert werden. Langstreckenzieher halten stärker an ihren Zugmustern fest als Kurzstreckenzieher, da ihr Zug ist genaustens im Erbgut fixiert ist, um die weite Reise über das Mittelmeer und die Sahara sicher zu bewältigen.

Auf den Klimawandel können somit vor allem Kurz- und Mittelstreckenzieher reagieren. Wer hingegen weniger flexibel ist, wird zunehmend in Bedrängnis geraten. Denn zum einen verschlechtert sich die Ernährungslage - durch den Klimawandel entwickeln sich viele Insekten früher als sonst, wodurch es Spätheimkehrern immer öfter an genügend Nahrung fehlt – zum anderen verschärft sich für die Langstreckenzieher die Konkurrenz um geeignete Reviere, denn die wachsende Zahl an Überwinterern und Arten welche früher wieder in ihr Brutgebiet zurückkehren, haben die besten Reviere dann oftmals bereits besetzt.

Der Klimawandel fordert sein Tribut

Auch die zunehmende Versteppung Afrikas, die Ausbreitung von Wüsten und die häufigeren Dürreperioden stellen ein Problem dar, denn mit der fortschreitenden Wüstenbildung bleibt den Vögeln oftmals keine andere Möglichkeit, als erschöpft zu landen und eine Rast einzulegen. Dabei finden sie dann allerdings vor Ort keine Nahrung. Die Royal Society for  the Protection of Birds fand 2018 heraus, dass Langstreckenzieher bei 37 Prozent der Zugwege in Zukunft einen zusätzlichen Zwischenstopp benötigen werden. Schmelzen außerdem die Gletscher weiter ab, werden küstennahe Lebensräume wie Wattgebiete oder Flussmündungen abnehmen. Dadurch gehen auch hier lebensnotwendige Rastplätze verloren.

Eine Studie von BirdLife International zeigte, dass 24 Prozent der weltweit 570 untersuchten Vogelarten negativ durch den Klimawandel beeinflusst werden, nur 13 Prozent positiv.

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